Archiv der Kategorie: Allgemein

Privacy Week Stuttgart #PWS19

Wir haben uns inspirieren lassen: Nach den erfolgreichen Privacy Weeks in Wien und Berlin bringen wir das Format jetzt auch nach Stuttgart: Eine Woche mit dezentralen Veranstaltungen, Workshops, Vorträgen aller interessierten Organisationen, Verbände, Hochschulen etc. überall in Stuttgart. Eine Woche ganz im Zeichen von Privatsphäre, Datenschutz und persönlicher Cybersicherheit.
Termin: 17. bis 26. Mai 2019
Ort: ganz Stuttgart; Literaturhaus, Hospitalhof, Wizemann.space u.v.a.m.
Fragen, Kontakt, Mitmachen: privacyweek (a) no-spy.org
mehr Infos unter https://privacyweekstuttgart.org

Coming up next:

  • 8. No-Spy Konferenz 17.-19.05.
  • Privacy Week Stuttgart 17.-26.05. weitere Informationen
  • Literarischer Realitätsabgleich in der Stadtbibliothek (Café LesBar)
    [Digitale] Albträume:
    Tom Hillenbrand: Hologrammatica

    23.05.2019, 20 Uhr (im Rahmen der Privacy Week Stuttgart)
    Auf dem Laufenden bleiben: @DigitaleAlb

Anreise

Die No-Spy Konferenz findet im Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart statt.

Das Literaturhaus verfügt über einen Aufzug, ein Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist kein Problem.

Das Literaturhaus ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, von den Haltestellen Berliner Platz / Liederhalle bzw. Berliner Platz / Hohe Straße muß man nur den kleinen Park überqueren.

Mit dem PKW zur Breitscheidstr. 4 navigieren. Das Parkhaus Liederhalle ist ebenfalls am Ende der Breitscheidstr. (Weitere Parkhäuser)

Offener Brief an das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

AN:

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

IN KOPIE:
Auswärtiges Amt

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

11. Juni 2019

Betreff: Geplanter Eingriff in Verschlüsselung von Messenger-Diensten hätte fatale Konsequenzen

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat plant laut Medienberichten eine Gesetzesänderung, um es deutschen Polizei- und Sicherheitsbehörden künftig leichter zu machen, Zugriff auf die digitale Kommunikation von Verdächtigen zu erhalten. Dafür sollen Anbieter von Messenger-Diensten wie beispielsweise Whatsapp, Threema oder iMessage gesetzlich verpflichtet werden, ihre Verschlüsselungstechnik so umzubauen, dass Behörden bei Verdachtsfällen die gesamte Kommunikation von Nutzer:innen mitschneiden können.

Wir warnen ausdrücklich vor einem solchen Schritt und fordern eine sofortige Abkehr von diesem oder ähnlichen politischen Vorhaben auf deutscher wie europäischer Ebene. Die vorgeschlagene Reform würde das Sicherheitsniveau von Millionen deutscher Internet-Nutzer:innen schlagartig senken, neue Einfallstore für ausländische Nachrichtendienste und Internetkriminelle schaffen sowie das internationale Ansehen Deutschlands als führender Standort für eine sichere und datenschutz-orientierte Digitalwirtschaft massiv beschädigen. Statt bereits seit Jahren überholte Reform-Ideen umzusetzen, sollte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aus unserer Sicht einen neuen sicherheitspolitischen Weg einschlagen und Vorschläge entwickeln, die die Arbeit der Polizei- und Sicherheitsbehörden verbessern, ohne dabei aber die Sicherheit von IT-Systemen und privater Kommunikation in Deutschland insgesamt verschlechtern.

Unsere Kritik im Detail: Offener Brief an das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat weiterlesen

Big Brother Award für DİTİB

Die Big Brother Awards ist eine großartige Veranstaltung in der jährlich die, aus Sicht von digitalcourage, größten deutschen Datenkraken in verschiedenen Kategorien mit mit einem negativ Preis geehrt werden. Dieses Jahr hat es insbesondere die türkische-islamisch Union DİTİB geschafft, einen Preis zu ergattern.

Wir setzen uns für eine möglichst freie und unbeobachtete Gesellschaft ein und für uns hat die Religionsfreiheit einen sehr hohen Stellenwert. Es muss sichere und vertrauenswürdige Orte geben, in denen man frei glauben und sagen kann, was einen beschäftigt. Dieses Vertrauensverhältnis, welchem mit dem Zeugnisverweigerungsrecht Rechnung getragen wird, zu missbrauchen, oder auch nur den Missbrauch durch einzelne Imame zu billigen, zerstört dieses Vertrauen. Insbesondere Hilfe und Halt suchenden Menschen brauchen die Gewissheit, dass Vertrauliches vertraulich ist und bleibt.

Wir appellieren an die islamische Gemeinde, dass sie den Schutz ihrer Mitglieder über das Staatsinteresse der Türkei, oder das Geheimdienstinteresse des MİT, oder irgendwelchen Interessen anderen dritten Parteien stellt.

Aufkleber und Hüllen

Hallo neue Besucher, die Ihr vielleicht hierher gekommen seid, weil Ihr eine unserer Hüllen mit Aufklebern bekommen habt. Zum Beispiel auf dem 33C3. Wir sind der No-Spy e.V. aus Stuttgart, und wir würden gern etwas für Eure Privatsphäre tun. Da wäre zum einen die 6. No-Spy-Konferenz, auf der wir Euch gern begrüßen würden.

Aber vielleicht ist Stuttgart etwas zu weit weg von da, wo ihr wohnt. Dann habt Ihr jetzt wenigstens ein RFID Sleeve, das Eure Zutrittskarten, neuen Personalausweise, kontaktlosen Kreditkarten, oder was auch immer sonst inzwischen in Euren Taschen per Funk erreichbar ist, so weit abschirmt, dass keine Verbindung mehr mit Kartenlesern zustande kommt.

RFID-Hüllen

Das mag erstmal paranoid erscheinen, denn die Lesegeräte müssen sich bekanntlich gegenüber RFID-Karten authentifizieren, aber zum einen wollt Ihr Euch vielleicht auch von staatlichen Stellen nicht verfolgen lassen, die den Zugang zum nPA ja zurecht haben, und zum anderen wird so eine Verschlüsselung gern immer mal wieder gebrochen.

Also packt Eure sensiblen Daten so ein, dass sie nicht fröhlich durch die Welt funken. Und kommt zu unseren Veranstaltungen — wenn Ihr könnt.

(Die Aufkleber sollten wohl nicht weiter erklärungsbedürftig sein.)

3sat Bericht: Gläserner Fußballfan

Was hat der Fußball mit Überwachung und Privatsphäre zu tun? Sehr viel, wenn man sich die aktuellen Technologien und Bestrebungen zur Durchleuchtung von Fußballfans anschaut. Dieser Bericht von 3sat verstört uns massiv: „Gläserner Fußballfan“

Kurz: Biometrische Erfassung mittels Körper-, Gesichts-, Fingerabdruck- bis hin zu Venenscan um Zugang zum Stadion zu bekommen. Abgleich der Daten mit Polizei und Geheimdiensten.

Erschütternd ist aber auch die Erkenntnis, dass die Entscheidung durch welche Regeln und Technik uns der Zugang zum Stadion gewährt wird, durch die Personengruppen bestimmt wird, die Recht und Gesetz brechen. Wir scheinen als Gesellschaft nicht in der Lage zu sein, soziale Probleme mittels unseres Rechtssystems in den Griff bekommen zu wollen, sondern auf Überwachungstechnik zu setzen. Dass diese Technik unseren Rechtsstaat gefährden kann, wird dabei billigend in Kauf genommen.

Das alles nehmen wir als Gesellschaft in den Kauf um soziale Probleme in den Griff zu bekommen. Welche Alternativen gäbe es und wo werden diese getestet?

 

Frag den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags

Nach dem tollen Vortrag „IFG – Mit freundlichen Grüßen“ auf dem 31C3 auf der die Plattform „FragDenStaat.de“ vorgestellt wurde, habe sie auf dem 32C3 die neue Plattform „VerklagDenStaat.de“ in ihrem Vortrag „Crypto ist Abwehr, IFG ist Angriff!“ beworben.

Die aktuellste Kampagne „Frag den Bundestag“ bezieht sich auf die Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags. Da sich der Bundestag beharrlich weigert die Gutachten generell, sofort und konsequent zu veröffentlichen, können diese nun bequem einzeln angefragt werden. Da sich auch einige Gutachten auf Geheimdienste und deren Auswirkungen und Rechtsbewertung beziehen, haben wir schon ein paar angefragt. Leider kam auch schon eine Antwort, wie auch schon auf Frag den Staat berichtet.

Um noch mehr politischen Druck aufzubauen, fordern wir dazu auf, auch eine Anfrage zu stellen. Insbesondere würden wir uns über alle Gutachten mit Geheimdienst Bezug freuen.

ARD radiofeature über den „Cyberkrieg“

Hörempfehlung:

Das ARD radiofeature hat sich in der Folge „Switch off Shanghai“ am 21. Oktober 2015 mit den Vorbereitungen für „einen Cyberkrieg“ befasst. Die Sendung beleuchtet verschiedene politische und technische Aspekte und stellt die Problematiken des Themas sehr gut und verständlich dar.

Upstream: Klage zurückgewiesen

Laut einem Bericht von heise online wurde die Klage von Human Rights Watch, Wikimedia Foundation, National Association of Criminal Defense Lawyers, Amnesty International USA, PEN American Center und weiteren gegen das NSA Programm Upstream vom Richter Thomas Selby Ellis abgewiesen.

zeit.de titelt: Eine Billion Wikipedia-Klicks sind nicht genug

Die Parallele zu den eingestellten Vorermittlungen des deutschen Generalbundesanwalt ist, dass die anzeigenden „potenziellen“ Opfer ihre Betroffenheit beweisen müssen. Von der Justiz wird aber keine Beweismittelaufnahme vorgenommen. Das wäre in der Steuerfahndung undenkbar, dass diese keine Hausdurchsuchung vornimmt, wenn der dringende Verdacht nahe liegt, dass ein massiver Steuerbetrug vorliegt.

Ein massiver Verstoß gegen die Privatsphäre, sowie in die Integrität und Vertraulichkeit von elektronischer Kommunikation scheint daher in Längen nicht so viel Wert zu sein wie entgangene Steuern.

Sicherheitsrisiko Kopierer

In der Sendung „Plusminus“ (21.10.15 | 07:46 Min. | Verfügbar bis 20.10.2016) wurde über ein in Sicherheitskreisen lange bekanntes, aber in der Öffentlichkeit ignoriertes Problem von Kopierer berichtet:

Private Unterlagen werden an vielen Stellen kopiert. Doch moderne Kopierer speichern alles auf einer Festplatte. In Gebrauchtgeräten stießen Plusminus-Reporter auf hochsensible Daten, einfach auszulesen mit einer frei verfügbaren Software.

Kern des Problems ist, dass Kopierer Speichermedien enthalten, die nach dem erfolgreichen Kopiervorgangs weiterhin die gescannten Dokumente enthalten und für den Anwender völlig intransparent speichern. In letzter Konsequenz ist man nicht mehr in der Lage eigene Dokumente, die man von Dritten bekommt, oder die man an berechtigte Dritte gibt, vertraulich zu halten.