6NSK: Udo Vetter — Sie haben das Recht zu schweigen 2.0

Auch auf der 6. No-Spy-Konferenz haben wir wieder fleißig Vorträge aufgenommen, und uns diesmal auch vorgenommen, sie schneller zu veröffentlichen. Aufgezeichnet wird eigentlich immer nur der Ton, aber bei Udo Vetter haben wir auf vielfachen Wunsch seiner eigenen Leser eine Ausnahme gemacht.

Deshalb hier jetzt das erste Video von einer No-Spy-Konferenz.

(und weil es bei einigen Leuten Probleme mit dem Abspielen des eingebetteten Videos gibt: Video zum Herunterladen (mp4, H.264, 720p, 1.5 GiB))

Viel Spaß!

Aufzeichnungen von der 5. No-Spy-Konferenz: Julia Reda

Ja, ich gebe zu: die Aufnahmen liegen hier schon viel zu lange. So lange, dass es nachgerade peinlich ist. Ich könnte mich jetzt damit rausreden, dass die Bearbeitung nicht ganz einfach war (und das würde sogar stimmen, da wir die Vortragenden mit Ansteckmikrofonen versehen hatten, so dass sie sehr gut zu verstehen sind — Fragen aus dem Publikum dafür aber um so schlechter). Und doch habe ich die Veröffentlichung eigentlich nur verprokrastiniert. Jetzt, kurz vor der 6. No-Spy-Konferenz müssen aber noch welche raus. Seht es als Einstimmung.

Den Anfang macht MEP Julia Reda mit ihrem Vortrag Zeit für einen europäischen Whistleblower-Schutz

Big Brother Award für DİTİB

Die Big Brother Awards ist eine großartige Veranstaltung in der jährlich die, aus Sicht von digitalcourage, größten deutschen Datenkraken in verschiedenen Kategorien mit mit einem negativ Preis geehrt werden. Dieses Jahr hat es insbesondere die türkische-islamisch Union DİTİB geschafft, einen Preis zu ergattern.

Wir setzen uns für eine möglichst freie und unbeobachtete Gesellschaft ein und für uns hat die Religionsfreiheit einen sehr hohen Stellenwert. Es muss sichere und vertrauenswürdige Orte geben, in denen man frei glauben und sagen kann, was einen beschäftigt. Dieses Vertrauensverhältnis, welchem mit dem Zeugnisverweigerungsrecht Rechnung getragen wird, zu missbrauchen, oder auch nur den Missbrauch durch einzelne Imame zu billigen, zerstört dieses Vertrauen. Insbesondere Hilfe und Halt suchenden Menschen brauchen die Gewissheit, dass Vertrauliches vertraulich ist und bleibt.

Wir appellieren an die islamische Gemeinde, dass sie den Schutz ihrer Mitglieder über das Staatsinteresse der Türkei, oder das Geheimdienstinteresse des MİT, oder irgendwelchen Interessen anderen dritten Parteien stellt.

Aufkleber und Hüllen

Hallo neue Besucher, die Ihr vielleicht hierher gekommen seid, weil Ihr eine unserer Hüllen mit Aufklebern bekommen habt. Zum Beispiel auf dem 33C3. Wir sind der No-Spy e.V. aus Stuttgart, und wir würden gern etwas für Eure Privatsphäre tun. Da wäre zum einen die 6. No-Spy-Konferenz, auf der wir Euch gern begrüßen würden.

Aber vielleicht ist Stuttgart etwas zu weit weg von da, wo ihr wohnt. Dann habt Ihr jetzt wenigstens ein RFID Sleeve, das Eure Zutrittskarten, neuen Personalausweise, kontaktlosen Kreditkarten, oder was auch immer sonst inzwischen in Euren Taschen per Funk erreichbar ist, so weit abschirmt, dass keine Verbindung mehr mit Kartenlesern zustande kommt.

RFID-Hüllen

Das mag erstmal paranoid erscheinen, denn die Lesegeräte müssen sich bekanntlich gegenüber RFID-Karten authentifizieren, aber zum einen wollt Ihr Euch vielleicht auch von staatlichen Stellen nicht verfolgen lassen, die den Zugang zum nPA ja zurecht haben, und zum anderen wird so eine Verschlüsselung gern immer mal wieder gebrochen.

Also packt Eure sensiblen Daten so ein, dass sie nicht fröhlich durch die Welt funken. Und kommt zu unseren Veranstaltungen — wenn Ihr könnt.

(Die Aufkleber sollten wohl nicht weiter erklärungsbedürftig sein.)

3sat Bericht: Gläserner Fußballfan

Was hat der Fußball mit Überwachung und Privatsphäre zu tun? Sehr viel, wenn man sich die aktuellen Technologien und Bestrebungen zur Durchleuchtung von Fußballfans anschaut. Dieser Bericht von 3sat verstört uns massiv: „Gläserner Fußballfan“

Kurz: Biometrische Erfassung mittels Körper-, Gesichts-, Fingerabdruck- bis hin zu Venenscan um Zugang zum Stadion zu bekommen. Abgleich der Daten mit Polizei und Geheimdiensten.

Erschütternd ist aber auch die Erkenntnis, dass die Entscheidung durch welche Regeln und Technik uns der Zugang zum Stadion gewährt wird, durch die Personengruppen bestimmt wird, die Recht und Gesetz brechen. Wir scheinen als Gesellschaft nicht in der Lage zu sein, soziale Probleme mittels unseres Rechtssystems in den Griff bekommen zu wollen, sondern auf Überwachungstechnik zu setzen. Dass diese Technik unseren Rechtsstaat gefährden kann, wird dabei billigend in Kauf genommen.

Das alles nehmen wir als Gesellschaft in den Kauf um soziale Probleme in den Griff zu bekommen. Welche Alternativen gäbe es und wo werden diese getestet?

 

Frag den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags

Nach dem tollen Vortrag „IFG – Mit freundlichen Grüßen“ auf dem 31C3 auf der die Plattform „FragDenStaat.de“ vorgestellt wurde, habe sie auf dem 32C3 die neue Plattform „VerklagDenStaat.de“ in ihrem Vortrag „Crypto ist Abwehr, IFG ist Angriff!“ beworben.

Die aktuellste Kampagne „Frag den Bundestag“ bezieht sich auf die Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags. Da sich der Bundestag beharrlich weigert die Gutachten generell, sofort und konsequent zu veröffentlichen, können diese nun bequem einzeln angefragt werden. Da sich auch einige Gutachten auf Geheimdienste und deren Auswirkungen und Rechtsbewertung beziehen, haben wir schon ein paar angefragt. Leider kam auch schon eine Antwort, wie auch schon auf Frag den Staat berichtet.

Um noch mehr politischen Druck aufzubauen, fordern wir dazu auf, auch eine Anfrage zu stellen. Insbesondere würden wir uns über alle Gutachten mit Geheimdienst Bezug freuen.

4NSK: Fishbowl-Diskussion mit Saskia Esken

Über Kontakt zur Politik freuen wir uns ja immer, und so war es auch auf der 4. No-Spy-Konferenz eine der bestbesuchten Sessions, als sich Saskia Esken (MdB, SPD)der Diskussion stellte. Die Ausgangsthese lieferte Michael Schommer mit der Kurzzusammenfassung seines Vortrags, wie er ihn auch schon auf dem Barcamp Stuttgart gehalten hatte: Führt die große Koalition einen kalten Bürgerkrieg gegen die freiheitlich-demokatische Grundordnung?

Vortrag und  Fishbowl-Diskussion gibt es hier für alle, die nicht anwesend sein konnten, nachzuhören:

Zur kalendarischen Einordnung: die Diskussion fand am 14. November 2015 und damit am Tag nach den Terroranschlägen in Paris statt, die dementsprechend auch mehrfach Erwähnung finden.

4NSK: Die politische Rechte, die Sicherheitsbehörden und die Überwachung

Der Journalist Peter Welchering, bekannt unter anderem aus dem Deutschlandfunk, ist einer der treuesten Redner unserer Konferenzreihe. Diesmal sprach er über „Die politische Rechte, die Sicherheitsbehörden und die Überwachung“. Der Vortrag begann bei den Ursprüngen der Geheimdienste in der Bundesrepublik Deutschland und zeigte, dass es seitdem auch nicht viel besser geworden ist.

Für alle, die nicht anwesend sein konnten, gibt es das jetzt hier zum Nachhören:

Zur kalendarischen Einordnung: der Vortrag fand am 15. November 2015 und damit kurz nach den Terroranschlägen in Paris statt.

4NSK: Darknets

Auf der 4. No-Spy-Konferenz hielt Stefan Leibfarth (aka Leibi) einen Vortrag zum Thema Darknets — mit besonderem Schwerpunkt auf Tor und Tor Hidden Services.

Für alle, die nicht anwesend sein konnten, gibt es das jetzt hier zum Nachhören:

Die Vortragsfolien können begleitend auf github.io betrachtet werden.

4NSK: SYP DIY

Schon seit längerer Zeit sind wir mit Save Your Privacy freundschaftlich verbunden, haben zum Beispiel schon zusammen mit ihnen an Demonstrationen teilgenommen und gegen die Übertragung von Passenger Name Records protestiert. Die Gruppe ist aus einem Schulprojekt entstanden und hat es inzwischen zu einem gemeinnützigen eingetragenen Verein geschafft, der auch einiges an Diensten zur digitalen Selbstverteidigung betreibt.

Auf der 4. No-Spy-Konferenz haben sich zwei Vertreter die Zeit genommen, die Geschichte von SYP noch einmal zu erzählen und die Aktivitäten vorzustellen. Für alle, die nicht anwesend sein konnten, gibt es das jetzt hier zum Nachhören:

Zur kalendarischen Einordnung: der Vortrag fand am 14. November 2015 und damit am Tag nach den Terroranschlägen in Paris statt.